Editorial Vater und Sohn

Vater und Sohn

Gestern war mein Sohn Fritz mit in der Redaktion. Er hat sich das Bild von dem Burger lange angeschaut, das auf der Titelseite dieser Ausgabe zu sehen ist, und hat mich tat­sächlich gefragt: "Wie soll man diesen Burger denn essen?" Ich habe ihn lange angeschaut und mich gefragt, ob ich bei der Erziehung etwas falsch gemacht habe. Dann habe ich "Mit Messer und Gabel" geantwortet. „Einen richtigen Burger isst man aber mit den Händen“, hat er erwidert, "sonst ist es ja genau dasselbe wie Frikadellen­ essen." – "Nein", habe ich gesagt, "es ist anders. Auf einer normalen Frikadelle findest du keinen Blauschimmelkäse, keine Birne, keinen Rotkohl, keine Pfifferlinge, keinen Speck, keine Johannisbeeren und obendrauf und untendrunter liegt auch kein Brötchen." Da hat er nachgedacht – vielleicht ist das jetzt der Moment, in dem ich sagen sollte, dass Fritz zwölf Jahre alt ist – "und warum ist er so hoch gestapelt? Wenn er niedriger wäre, könnte ich ihn locker trotzdem mit beiden Händen essen."
Jetzt hatte er mich doch in der Ecke, diese Frage ist ja absolut gerechtfertigt. "Ganz ehrlich, mein Süßer, der Burger ist deshalb so hoch gestapelt, weil unser Titelbild nun mal ein Hochformat ist und weil das Ding in dieser Turmhaftigkeit einfach wahnsinnig lecker aussieht." Er hat wieder nachgedacht. "Das stimmt, Papa", hat er dann gesagt, "bis auf den fiesen Käse."
Immerhin beinahe ein Einverständnis.
Später haben wir dann zusammen gegrillt, sicherheitshalber zwei Steaks.