Editorial Der Respekt vor dem Lebensmittel

Der Respekt vor dem Lebensmittel

Vor ein paar Wochen habe ich in Berlins erstem vegetarischen Sternerestaurant „Cookies Cream“ gegessen. Es war ausgezeichnet. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Ravioli-Gericht, der Pastateig war mit cremigen Gemüsen gefüllt, dazu gab es ein feines Sößchen mit einem intensiven Haselnussaroma. Außerdem ist mir ein Rote-Bete-Geist in Erinnerung geblieben – von Faude. (Lieber Herr Faude, wir kennen uns nicht, aber wenn Sie jetzt ein paar Flaschen mehr verkaufen, dann freue ich mich aufrichtig für Sie. Ein toller Stoff!)

Am nächsten Abend saß ich schon wieder im Restaurant. Wieder in Berlin, das Niveau war wieder hoch. Der italienische Wirt empfahl ein hauchdünn geschnittenes Kalbspaillard, und sein Tipp war grandios. Ich habe das zarte, intensive Fleisch hingebungsvoll genossen.

Etwas später an diesem Abend saß ich mit dem Koch des Kalbfleisches zusammen, diesmal mit einem milden Grappa in der Hand. Wir sprachen über den Respekt der Küche vor dem Charakter eines Lebensmittels und die Ausgewogenheit der Ernährung, über den Sinn von vegetarischen Tagen und den bewussten Genuss von Fleisch. Ein gutes Gespräch war das, der Abend eine Lektion fürs Leben und das Ganze: learning by doing.

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