Editorial Schon Schwein gehabt?

Schon Schwein gehabt?

Sie kennen sicher unseren Fleischreifungskühlschrank, wir haben ihn ja oft genug vorgestellt (wenn nicht, lesen Sie hier.) Wir haben natürlich ein paar dieser Kühlschränke in der Redaktion. Und wir haben natürlich auch gedacht, dass wir dort vor allem Rinderrücken trocken reifen lassen würden. Es ist anders gekommen. In den meisten der Kühlschränke hängt gerade Schweinefleisch: Lipstye-Strohschwein, ein Rücken etwa 10 Kilo schwer. Unsere Küche, die Redakteure bei BEEF!, wir alle hätten nicht gedacht, wie großartig Schweinefleisch schmecken kann. Beim Rindfleisch wussten wir, was uns erwartet. Man kann ja im guten Handel ordentliches, trocken gereiftes Rindfleisch kaufen. Aber Schweinefleisch?

Der Unterschied ist wirklich gigantisch. Was in den Frischetheken der deutschen Supermärkte liegt, hat mit dem Schweinefleisch aus unserem Kühlschrank nix zu tun. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Was wir daraus lernen, ist, dass wir uns in den letzten Jahrzehnten in Deutschland an minderwertiges Schweinefleisch gewöhnen mussten. Es wurde immer billiger und billiger ‒ und dabei immer schlechter. Gewusst haben wir das schon länger, aber so deutlich geschmeckt noch nie. Am liebsten würde ich Sie alle auf ein Kotelett aus unserem Schrank einladen! Die Kombination aus Rasse, Haltung, Fütterung und richtiger Reifung ist das Geheimnis. Und das ist hiermit gelüftet. Ich wünsche Ihnen ein Stück Schweinefleisch mit großer, knuspriger Schwarte, und ich wünsche Ihnen ein Aha-Erlebnis, wie ich es hatte. Müssen wir BEEF! jetzt eigentlich anders nennen?