Jan Spielhagen Foto © Enver Hirsch

Ein glatter Schnitt

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und wo gekocht wird, muss schon mal eine Fingerkuppe dran glauben. Während mir also das Endstück meines linken Daumens im Krankenhaus an der dafür vorgesehenen Stelle wieder fixiert wurde, finishte Christoph das Abendessen. Verletzt UND hungrig – das wäre nichts gewesen.
Auf der BEEF!-Seite bei Facebook (www.facebook.com/beef.de) löste ein entsprechendes Posting meines verbundenen Daumens sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Es gab pragmatische Hinweise („Wer nix schafft, dem passiert auch nix“), humorvolle Bemerkungen („Faules Fleisch muss weg“) und aufmunternde Kommentare („Ein wahrer Koch kocht weiter“). Und natürlich wird weiter gekocht.
In dieser Ausgabe möchte ich Ihre Aufmerksamkeit dabei vor allem auf zwei Geschichten lenken. Zuallererst auf unsere Schmorrezepte. Es gibt ja wenig Gerichte, die beim Kochen so viel Vorfreude verbreiten, Haus oder Wohnung so umfassend mit ihrem Aroma erfüllen und festes Fleisch zu butterzarten Genüssen werden lassen. Schmorgerichte sind für mich im Herbst und Winter die Entsprechung zum Grillen im Sommer: Garanten für Geschmack und Geselligkeit. Ebenso viel Freude werden Sie aber auch beim Einlegen unserer sauren Spezialitäten haben (ab Seite 70): Zwiebeln, Harzer Käse, Kaninchen-Rillettes, Hering in Gelee, Sauerfleisch – was vor Jahrhunderten als Methode der Haltbarmachung entstanden ist, liefert einfach ungewöhnlich intensive Geschmackserlebnisse. Wenn man’s richtig macht. Probieren Sie’s mal!
Bei alledem drück ich Ihnen natürlich die Daumen. Geht ja jetzt wieder!

 

Jan Spielhagen

 

Foto © Enver Hirsch